Tragödie am Pik Pobeda

Leider müssen wir den Verlust von zwei unserer Bergführer, Alexander Chechulin und Andrey Korneev, zusammen mit ihrem Freund Murat Otepbaev bekannt geben. Sie sind auf ihrer privaten Unternehmung, die der Überschreitung vom Pik Pobeda, ums Leben gekommen.

Chronik der Tragödie am Pik Pobeda, August 2019

Am 05. August 2019 begann die Troika Murat Otepbaev, Alexander Chechulin und Andrey Korneev ihre Expedition zum Pik Pobeda, 7.439 m hoch. Murat hatte sich am Khan Tengri akklimatisiert, Alexander und Andrey als Bergführer für unsere Gruppe am Pik Lenin.

Alexander und Andrey erreichten am 05. August per Helikopter das Basislager und stiegen noch am Nachmittag zu Dritt los. Sie beschlossen, die Querung des Pik Pobeda vom Osten nach Westen in Angriff zu nehmen. Aus einem blauen Plastikfass machten sie selbstgemachte Schneeschuhe, um die Geschwindigkeit auf dem Weg zur Route zu erhöhen. Die Verhältnisse waren mit viel Schnee nicht gut.

Das Wetter um den 12/13. August war sehr gut, doch am 14. August wurde es wechselhafter mit höherem Wind und leichtem Schneefall. Erst am 15. August kamen sie auf den Gipfel des “Pobeda Peak” nachdem sie 7 Tage auf einer Höhe von mehr als 7000 Metern verbracht hatten. An diesem Tag erreichte der Wind auf dem Grat 100 km/h und sie entschieden sich nach Absprache mit dem Basislager-Team für einen Abstieg über die weniger Wind-ausgesetzte Abalakov-Route. Alexander Chechulin wurde krank und starb an einem Lungenödem auf einer Höhe von 6900m. Murat berichtete dies am 16. August um 06:00 morgens. Im Abstieg waren sie zudem in eine Lawine gekommen und hatten wichtiges Material verloren. Andrey und Murat setzen ihren Abstieg fort. Sie kommunizierten ein letztes Mal am 16. August um 08:10 mit dem Basislager. Sie waren in der Nähe des großen Eisabbruchs im oberen Teil der Route um 6600m Höhe.

Am 15. August war schon klar: Die Situation auf dem Berg ist ernst. Die schwierigen Schnee- und Wetterbedingungen auf der Strecke, der ständige Schneefall und die mangelnde Sichtweite erlaubten es nicht, Rettungseinsätze in vollem Umfang durchzuführen. Hubschrauber konnten nicht zu Such- und Rettungseinsätzen starten.

Am 17. August kam der größte Niederschlag und als am 18. August das Basislager bei winterlichen Bedingungen im Sonnenschein erwachte, waren schon die Rettungsaktionen geplant. Es war zu gefährlich eine klassische Mannschaft zu senden, nur eine Rettung per Helikopter wäre möglich gewesen. Zwei ausgedehnte Suchflüge fanden kein Anzeichen von Leben. Am 19. August war das Wetter wieder wechselhaft. Das kasachische Militär schritt ein und am 20. August erreichte eine Militärmannschaft der Republik Kasachstan, angeführt von den Kletterern Wassili Pivzov und Maksut Dschumajew, das Süd-Inylkek-Basislager und führte bis zum 23. August weitere Suchflüge durch.

Alle Hänge wurden sorgfältig untersucht, besonders das Gebiet des möglichen Abstiegs der Kletterer von 6500 bis 4200 Metern Höhe. Man fand keine Spuren und keine Lebenszeichen.

Alexander (Sascha), Andrey und Murat

Alexander Chechulin (im Bild auf dem Gipfel des Muztagh Ata, 7509m) war einer der zentralen Bergführer unseres Teams in Zentralasien. So gelangen ihm mit unseren Gästen Besteigungen von Muztagh Ata (in 2017, zweimal in 2018) und Pik Lenin (2018). Alexander hatte in 2011 mit den Besteigungen der fünf 7000er der ehemaligen Sowjetunion das „Schneeleoparden-Abzeichen“ erhalten. Er arbeitete häufig mit Andrey Korneev zusammen, so zuletzt in 2019 am Pik Lenin. Kennengerlernt hatten wir sie 2015 in Tadschikistan, wo Andrey nach einer Führung auf den Pik Kommunismus (7495m) den Korzhenevskaya (7105m) ab Basislager und zurück in einem Tag bestieg. Murat war ihr gemeinsamer Bergführer-Kollege und Freund aus Almaty, wo alle drei lebten.

Beileid und Gedanken

Die Berge sind ein faszinierender Ort, magisch, beruhigend und anziehend. Auf den Wegen zu ihnen und auf ihre Gipfel erleben wir Freude und folgen unserer Leidenschaft. Sascha, Andrey und Murat folgten ihrem Traum am Pik Pobeda. Das Leben ist vergänglich. Das Leben wird auf dem Weg gelernt. Unsere drei Kameraden hat ihre Leidenschaft von unserem Leben getrennt. Sie werden vermisst und in Erinnerung bleiben.

Unsere Gedanken sind mit den Freunden, Bekannten, Verwandten und den Familien von Alexander, Andrey und Murat. Alexander hinterlässt sein Frau, zwei ältere Kinder, und Enkel. Andrey hinterlässt seine Frau und zwei jüngere Kinder. In dieser schwierigen Zeit bevor wünschen wir Euch viel Stärke und werden Euch beistehen. Bitte empfangt unser Herzliches Beileid.

Felix & Euer Team von SummitClimb

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