G2 – Gipfel

Es war so weit: Adam Bielecki und Jacek Czech (Polen), Boris Dedeshko (Russe, aus Kasachstan) und Felix Berg (Deutschland) hatten lange überlegt, wann der beste Tag für den Gipfelgang wäre…
Nach nur zwei knappen Tagen Pause im Basislager ging es der Wetterprognose folgend wieder aufwärts, am 14.7 zum C1 und am 15.7 zum C3 (ca. 6900m). Sonne und Wärme hatten die Spuren ganz schön verfrässet, sodass es schon etwas Arbeit kostete im C3 anzukommen. Trotz frühem Aufbruch waren wir jeweils um die acht Stunden unterwegs. Etwas müde verbrachten wir den restlichen Tag schlafend, essend und trinkend in unserem C3-Nest mit herrlichem Ausblick auf den Karakorum.

Am 16.7. begann der polnische Angriff pünktlich um 3:00 während der Deutsche und der Russe erst um knapp 4:00 loslegten. Gegen 6:00 hatte Felix dann Jacek und kurz später Adam erreicht. Sie stiegen links am 4.Lager (ca. 7300m) vorbei, ersichtlich an den vielen zerstörten und festgefrorenen alten Zelten. Gegen 7:30 waren Adam und Felix an der Basis der Westwand, wo sie anseilten, um durch diese weiterzusteigen. Das Gelände wurde schwieriger mit kompakten brüchigen Platten. Nach einer langen Querung (auf ca. 7850m, linkswärts durch die komplette Wand) kamen sie um 14:30 auf den Westgrat, der sie in einfacher Kletterei, meist im Schnee, zum Gipfel führte. Um 17:00 war der unverspurte Gipfel erreicht – die erste Besteigung der Saison!

Nach einer Viertelstunde am höchsten Punkt des G2 machten Adam und Felix sich auf den Abstieg entlang des Normalweges: Grat, Gipfelwand, kleine Querung, Flanke, wo sie auf Spuren von Boris (Umkehrpunkt, nur ca. hundert Höhenmeter unter dem Gipfel) trafen, Felslücke, grosse Querung, am 4. Lager vorbei zum bekannten Weg. Der Abstieg dauerte bis ca. 21:30 mit Ende im C3, wo Jacek das Gipfelduo freudig mit der Erstversorgung an warmen Getränken erwartete.

Am nächsten Tag stiegen alle zum C1 ab, Adam und Jacek bei Schneetreiben weiter ins BC. Sie planen noch eine weitere Tour und liessen ihr Zelt und Material oben. Boris und Felix blieben, da sie noch das Lager der Gesamtgruppe abzubauen hatten. Mit je 30kg auf dem Rücken ging es am Folgetag über den Gletscher. Kurz vor Ende des grossen Gletscherplateaus „Wums“ verschwand Felix mit seinen Skiern in einer Gletscherspalte, Richtung der Spur, fast ungebremst 15m in die Tiefe. Er konnte sich selbst befreien und am Seil zu Boris hinaufklettern. Sie deponierten jetzt unnötig erscheinenden Balast von Felix (wie Zelten) und stiegen selbstständig bis ins Basislager. Am nächsten Tag folgte der Flug nach Skardu zur Untersuchung und Behandlung im Militärkrankenhaus, wo sich bestätigte, dass dieser unglückliche Abgang doch noch glücklich mit nur mit kleineren Blessuren endete.

„Hurra“ – Wir können uns einer schönen G2-Begehung erfreuen!!

Weiterführende Links:
Gasherbrum – die klassische Expedition
Adam Bielecki – Bilder auf Instagram 

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