Summit – Pik Lenin

Alle SummitClimb-Teilnehmer sind wohlerhalten zurück. In der Wärme von Osh ruhen wir uns aus. Vier von uns konnten den Gipfel erreichen, der Erfolg wurde jedoch von einem Todesfall überschattet.

Mischa und Lida sind als erstes Team für den Gipfel aufgebrochen, haben aber ihren Versuch am 30. Juli am 2. Lager(6200m) abgebrochen. Im 1. Lager trafen Obi, Hans, Bahadur an dem Tag Felix, der nach Erkältung direkt vom ABC kam, um dann gemeinsam das 2. Lager als Ausgangsort zu beziehen.

Nach Vorhersage sollte der 31. Juli stabiles Wetter bringen und wie geplant begannen wir um 4 Uhr früh unseren Gipfelgang. Nach einem ersten Anstieg auf 6400m blies stärkerer Wind über den Grat. Vor uns bildete sich an einer kleiner Steilstufe namens „Knife“ (50m, 38° steil), durch Fixseil versichert, ein Stau. Wir gingen links (ungesichert und auch keine Gurte dabei) durch guten Trittschnee. Als wir gegen 8:30 die Ausstiegskuppe erreichten, kollabierte neben uns ein iranischer Bergsteiger. Wir sprangen ein, um ihn zu stabilisieren und Erste Hilfe zu leisten, während von ca. 15 nachfolgenden Mann am Fixseile nur 2 halfen und alle anderen ihren Aufstieg fortsetzen wollten. Trotz Verabreichung von Medikamenten und Wiederbelebung zeigte der Verunglückte keine Lebenszeichen. Nach anderthalb Stunden Rettungsarbeit erklärten wir ihn über Funk als Tod und den weiteren Abtransport organisierte die lokale Rettungsmannschaft.

Nach kurzer Besprechung gingen wir weiter. Inzwischen standen wir in der Sonne und der Wind hatte abgenommen. Nach weiteren vier Stunden blinkte uns die Lenin-Statur entgegen. Das flache Gelände zog sich im Abstieg. Die Hitze machte uns zu schaffen und wir wunderten uns, dass noch am späten Nachmittag Leute mit Gipfelambitionen entgegen kamen. Um 17:30 trafen wir bei unseren Zelten im 3. Lager ein. Am nächsten Tag erfolgte der Abbau der Lager und der Abstieg zu Fuss, per Ski (900 Höhenmeter Abfahrt mit gefüllten 200kg Material) und per Pferd (3 Meter Bachquerung für 4 USD) zum Basislager. Die deponierte Vodka-Flasche half uns in den wohlverdienten Schlaf.

Pamir-View
Pamir-View
Aussicht auf das südliche Pamir
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Die Einstellung vieler Aspiranten “leicht und günstig“ einen 7000m-Berg zu besteigen, ohne Rücksicht auf andere oder sich selbst, ist eine problematische Entwicklung. Die Anzahl der Unfälle – mindestens drei Tote, Intransparenz seitens Lokalanbieter – in der Kürze der Zeit am Berg (14 Tage) vermischen sich mit den schönen Eindrücken des Pamir. Wirklich leicht ist kein 7000m-Berg, auch der Pik Lenin nicht.

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